23.12.2007
Für dieses Jahr ist der Lesungsbetrieb zuende
gegangen, gestern war die letzte Veranstaltung (Himili) in der
Buchhandlung Seelscheid - in lauschiger Atmosphäre. Damit wurde der
Schlussstein gesetzt zu einem lesereichen Jahr, 78 Veranstaltungen mit
etwa 135 Schulklassen kamen zustande. Oropoi und bereits auch Himili
sind ganz schön herumgekommmen: am häufigsten tummelten sie sich in
NRW, doch auch weitere Abstecher waren dabei. Zwischen den Jahren
werden wir uns erst einmal aufs Schlemmen im Kreis der Familie
konzentrieren und darauf, dass unser Häuschen (die "rote Schanze") bis
Ende Januar bezugsfertig ist. Immerhin: Fenster haben wir schon einmal
und sogar eine funktionierende Heizung. Na, der Anfang ist getan. Ein
Ruheort ist im Entstehen, dass es dabei rastlos zugehen muss, nehmen
wir gerne in Kauf. Die Hauptsache ist, dass wir uns in Kürze wieder
voll und ganz unseren Projekten widmen können. Buchprojekte scharren in
den Startlöchern und Geschichten warten auf ein Aufnehmen der Fäden.
Alles. Es wird alles kommen. Heute muss uns noch die Vorfreude darauf
gereichen, aber die wiegt natürlich in dieser Jahreszeit doppelt und
dreifach ... In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern,
allen Pavianfreunden und Neugierigen rauschende Feiertage und im
Stillen: ein Perlenlachen ...10.12.2007
Einen schönen Erfolg gibt es noch im Dezember zu verzeichnen. Der Bundesverband des Friedrich-Bödecker-Kreises hatmich in die offizielle Autorenliste aufgenommen. Seit Jahrzehnten setzt sich der Bödecker-Kreis in den einzelnen
Bundesländern dafür ein, dass Autorinnen und Autoren vor Schulklassen lesen und von ihrem Beruf berichten. Namhafte
Autoren wie Salim Alafenisch, Harry Böseke, Kristina Dunker, Willi Fährmann, Burkhard Spinnen, Dolf Verroen und viele viele andere sind im Bödecker-Kreis organisiert.
Ich freue mich sehr, nunmehr dazuzugehören, zumal meine Projekte (Oropois Land und Himilis Geheimnisse) eben den Weg über die Klasse suchen, um Lesebegeisterung zu fördern. Und während der zahlreichen Veranstaltungen der letzten Tage und Wochen gab es immer wieder einen Moment, in dem ich unmittelbar merkte, dass meine Arbeit etwas in Bewegung gesetzt hat. In zahllosen Gesprächen nach der Veranstaltung, in Briefkontakten mit Schulklassen, in Fragen und Anregungen und noch mehr Fragen und noch mehr Anregungen wurde sichtbar, dass ein Funke übergesprungen war ...
Weltenvermittler. Das ist doch ein Beruf, den man sich gefallen lassen kann. Jedes Buch eine eigene Welt ... Kindern auf den Weg helfen, diese zu entdecken, eine nach der anderen, das macht Sinn!
21.11.2007
Renovierungsarbeiten laufen auf Hochtouren, darüber hinaus Lesungsbetrieb, so dass gerade einmal genug Zeit bleibt für eine neue Buchbesprechung für die "Kritische Ausgabe". Diese Woche: 6. Bonner Buchmesse Migration im Haus der Geschichte (Lesung für Schulklassen) und und und ...08.11.2007
Diesmal befand sich ein Rudel Hyänen in meinem Briefkasten, achtundreißig an der Zahl. Die ersten Exemplare der zweiten Auflage wurden mir heute vom Verlag zugeschickt - und jetzt kann es weitergehen mit "Himili".07.11.2007
Heute bekam ich Post von der Grundschule Gießelhorst aus Westerstede. Dort fand Anfang Oktober die Auftaktveranstaltung meiner Westerstede-Lesereihe statt. Und heute liegt wieder ein dicker Briefumschlag vor mir, in dem die gemalten Bilder und Briefe der dritten Klassen zu finden sind. Großartig! Dann werde ich gleich einmal nach Oropoi suchen, der mir beim Verfassen der Antwortbriefe meist hilfreich und mit gesammeltem Paviantemperament zur Hand geht!Übrigens eröffnet heute im Kreishaus (Westerstede) eine Ausstellung der gemeinsamen Afrika-Projekttage der Kooperation Westersteder Schulen. Die Lesungen waren ein Programmpunkt während dieser Projekttage.
--- Heute neu erschienen: Himili, 2. Auflage.
04.11.2007
Dieser
Tage ist "Himili fürchtet die Finsternis" in die zweite Auflage
gestartet. Augenblicklich befindet sich die kleine Hyäne noch im Druck.
--- Und in Paraguay sind wieder einige Rezensionen erschienen. Besprochen wurden u. a. Arno Geiger (Es geht uns gut), Jürgen Becker (Die folgenden Seiten) und Deszö Kosztolányi (Lerche).
18.10.2007
Ein großes Dankeschön geht an die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c des St. Ursula-Gymnasiums Brühl!Auf meinem Schreibtisch liegt ein gewaltiger, bunter Stapel Bilder und Texte - ich bin überwältigt! Am 18.09. hatte ich
Himili-Lesungen in besagtem Gymnasium und die Klasse 5c hat jetzt in Bildern gezeigt, was ihnen an der Geschichte am besten gefallen hat oder was am lustigsten war.
Und was für Bilder! Auf diese Weise lerne ich meine kleine Hyäne noch einmal ganz neu kennen! Danke! Und natürlich
setze ich mich umgehend mit allen mir namentlich bekannten Hyänen zusammen, um der Klasse einen Antwortbrief zu
schreiben! Himiliehrenwort!
13.10.2007
Heute wieder in die Geschichte eingetaucht und mit (Ver)dichtungsarbeiten begonnen. Das Zusammenspiel von Ort und Atmosphäre musste noch abgestimmt werden - zumal an Stellen, wo die Handlungsdichte zunimmt , wodurch sich die eigentliche Geschichte von der Atmosphäre zu lösen beginnt.Einfache Rechnung: Je mehr Hand(lung), desto weniger Auge (Atmosphäre). Es sei denn ... es sei denn, man bediente sich eines filmischen Spezialeffektes und verlangsame die Aktion; die Bewegungen geraten in Zeitlupe und lassen somit zwischen sich genug Raum, um RAUM einzufangen. Dann wird Atmosphäre mitten in der Handlung möglich.
Doch diese Arbeiten sind Überarbeitungen. Bis es mit Neuem wirklich weitergeht, muss ich die Bruchkante noch anrauen, ein paar neue Fäden im alten Gewebe einflechten ...
06.10.2007
Von der
Lesereise aus dem schönen Ammerland zurück. Viele Eindrücke von den
sieben "Oropois Land"-Veranstaltungen mit nach Hause gebracht. Einige
Kinder haben die Reise in die Fantasiewelt von Oropoi und den
Etepetete-Vögeln gleich zweimal angetreten - einmal bei der Lesung in
ihrer jeweiligen Schule und ein zweites Mal bei der offenen
Veranstaltung in der Stadtbibliothek Westerstede. Da habe ich natürlich
ganz schön große Augen gemacht, als ich meine Experten wieder vor mir
sitzen hatte! An dieser Stelle: tausend Dank für Eure Neugierde!Und wieder haben mich die Kinder mit ihrer Fragefreude und ihren schauspielerischen Talenten begeistert.
-- Während unseres Aufenthaltes erfuhr ich zudem vom Geest-Verlag, dass eine umwerfende Besprechung zu meinem "Meister Perlboot" erschienen sei. Der BLLV (Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband) beurteilt durch seinen Jugendschriftenausschuss Neuerscheinungen auf dem Kinder- und Jugendbuchsektor. Und die Besprechung ist wirklich ...
wirklich ...
Wer mag, kann sie in der Rubrik "Presse" nachlesen.
-- Nach den aufregenden, aber auch anstrengenden Tagen steht nun (zumindest für eine Woche) keine Lesung an. Sobald wieder ein bisschen Ruhe eingekehrt ist, geht es weiter mit BB.
18.09.2007
Aufgrund der hohen Lesungsdichte kaum zum Schreiben gekommen, Sonntag in Köln, heute in Brühl und morgen in Erkrath bei Düsseldorf. Da sage mal jemand, Autoren säßen nur am Schreibtisch... (Mein Schreibtisch ist in dieser Woche die A3). Die Veranstaltungen im St. Ursula-Gymnasium in Brühl waren "Himili"-Lesungen für alle fünften Klassen und haben mir einen Heidenspaß bereitet. Selbst erleben zu können, wie ein vor Monaten abgeschlossenes Projekt durch zwischenmenschliches Zusammenwirken zum Leben erweckt wird - einfach großartig!-- Sehr gefreut habe ich mich gestern über die erste Auszeichnung meines "Himili": die Aufnahme in die Liste empfohlener Taschenbücher (2007, Altersgruppe: ab 12 Jahre), welche die AJuM jährlich neu auflegt.
11.09.2007
Ganz profan. Ganz in Kürze. BB entwickelt sich
weiter, auf etwa 90 Seiten haben sich meine Figuren ausgebreitet. Die
eigentliche Reisepassage ist bewältigt, nun kommen die aufregenden,
eigenartigen Tage in Schweden. Die Mörderhütte wartet ...02.09.2007
Das Wundervolle am Geschichtenerfinden ist in meinen Augen der "traumhafte" Zustand ... oder doch besser:der Zustand, der dem des Träumenden sehr nahe kommt: bewegt zu sein bei äußerlicher Ruhe. Meine Figuren aus BB befinden sich gerade auf großer Fahrt, während mein letzter Weg heute nur noch vom Schreibtisch zum Kopfkissen führt. Umso sonderbarer, wenn Kopfkissen plötzlich beschließen umzuziehen. Und mit ihnen Betten, eine Küche, diverse Schränke, Kisten voller Bücher, ein Kinderzimmer, Staffeleien und und und.
So sieht es aus, als müssten sich meine Figuren in ein paar Monaten damit bescheiden, für Kurz inne zu halten, weil ich selbst gezwungen bin, mich in der Realität zu bewegen. Umzüge. Also wirklich. Das Umschichten von Staub. Aus Räumen Orte machen. Alles schön und gut, wäre da nur nicht diese Bedingtheit zwischen äußerer und innerlicher Bewegtheit. Wer umzieht, zieht auch innerlich um. Das wusste ich bei meinem ersten Roman, den ich vor meiner ersten Afrikareise zuende schrieb - im Wissen, dass ich ihn danach nicht mehr hätte als derselbe beenden können.
Dann bleibt mir vielleicht nichts anderes übrig, als sie in den kommenden Wochen (vor dem Umzug) etwas zu scheuchen - ob sie es mir übel nehmen werden, die Figuren? Wer wird schon gerne durch seine Existenz gescheucht? Ich bin mir aber fast sicher, dass BB auch diesen anstehenden Ortswechsel verkraften wird, da das Oszillieren der Orte mit in das Konzept dieser Figuren gehört. Wer reist, der verändert sich ... Nun gut. Alte Weisheit. Was ist mit dem, der umzieht? Verändert er das Reisen seiner Figuren?
28.08.2007
Heute traf wieder eine ganze Reihe Lesungsanfragen ein - bis 2008 ... Die Terminliste wird immer nach der endgültigen Bestätigung aktualisiert.-- Die Arbeit an BB kommt gut voran, augenblicklich befinden sich meine Protagonisten auf der Autobahn Richtung Kiel. Tja, das wundert vielleicht den ein oder anderen Himili-Kenner - dieses neue Buch hat tatsächlich nichts mit Afrika zu tun. Ich habe Jahre gebraucht, um meine Erfahrungen (die ja immerhin bis ins Jahr 1998 zurückreichen und auch solch schockierende Ereignisse wie den Bombenanschlag auf die Amerikanische Botschaft in Nairobi umfassen) auf unserem Nachbarkontinent zu sortieren und in Geschichten einzukleiden, doch 2007 habe ich damit (vorläufig) abgeschlossen. Vielmehr glaube ich mit BB einen Weltzugang entdeckt zu haben, der mir und meiner Fantasie ganz viel Neues ermöglicht. Mit einem winzigen Kunstgriff, einer Erfindung, könnte es mir gelingen, die Welt (wie ich sie sehe) zu spiegeln und doch völlig anders abzubilden. Das, was gespiegelt wird, erhält eine Dimension dazu (& verliert keine wie in herkömmlichen Spiegeln) - und diese Dimension ist eine utopische. Hört sich kryptisch an? ... Nun ja. Ich mag gar nicht zuviel darüber schreiben, aus Furcht, dieses Gefühl, das mich beim Schreiben begleitet, könnte sich in ein leichtes, puderiges Nichts verwandeln ...
In diesem Sinne geht die Arbeit weiter. Und zwar: jetzt!
24.08.2007
Nach drei Wochen Värmland (Schweden) wieder der erste Eintrag in meinem Journal. Es waren drei ereignisreiche, erhol- aber auch arbeitsame Wochen. Ich bin mit 60 Seiten Typoskript und einer durchgefeilten Geschichte heimgekommen (BB) und muss jetzt erst einmal wieder alles um mich her anordnen, damit das Buch weiter Form annimmt.Die Protagonisten der Geschichte stehen mir (endlich auch namentlich!) so plastisch vor Augen, dass ich überlege, sie mehr als eine einzige Buchetappe bewältigen zu lassen. Wir werden sehen. BB. In Kürze mehr dazu.
-- Schön auch die "Einbrüche" der Heimatrealtität am Reiseort, zumindest, wenn sie positiv ausfallen. In Arjäng gab es in der Stadtbücherei den einzigen uns zur Verfügung stehenden Internetzugang und über den erfuhr ich während unseres Aufenthaltes von der Buchbesprechung einer jungen Leserin auf den Seiten von quergelesen (Rundfunk Berlin Brandenburg).
-- Abgesehen davon blieb Deutschland weit entfernt, ebenso diese unsinnige Erfindung von Wochentagen und Uhrzeitangaben ... Uns gliederten sich die Tage mit dem Sonnenstand oder nach der Tätigkeit (Pfifferlingszeit, Blaubeersammelzeit, Elchverfolgungaufsockenzeit etc.)
-- Kaum zu Hause geht es aber mit der Arbeit weiter: Lesungen stehen an, gleich kommende Woche Samstag in Bonn, dann die Adelheidiade in Köln.
-- Von nun an gibt es aber wieder häufiger Journaleinträge.
28.07.2007
Journal einer Reise? Was für ein schöner Titel, wäre er nicht schon vergeben. Außerdem wird es eine Reise ohne Journal. In der Nacht von Montag auf Dienstag werden wir uns ins Auto setzen und Richtung Schweden aufbrechen.
Was uns erwartet: Abgeschiedenheit und Ruhe; also ideale Voraussetzungen, um Material zu ordnen, Atmosphärefallen aufzustellen und das Datum zu vergessen.
Ereignisreiche Wochen liegen hinter uns. Die Rezension zu "Meister Perlboot" ist tatsächlich in der aktuellen Ausgabe von DIE BRÜCKE erschienen, in aller Ausführlichkeit in der Rubrik Bücher (Meister Perlboot) nachzulesen.
--- Ende August geht es wieder mit dem Lesebetrieb weiter, Schulen in NRW, die Neubrücker Adelheidiade, das 3. Bonner Altstadt-Lesefest ...
Aber bis dahin: Pilze, Beeren, Fische, Elche. Und nur ganz wenige Verben zwischendrin, eines mit Sicherheit: ausspannen.
18.07.2007
Der Knoten ist geplatzt. Die ersten Seiten von FC sind geschrieben! Nach Jahren der Materialsammlung findet nun der Protagonist seinen Weg in die Sprache - ein großartiges Gefühl. So, wie sich der Text anlässt, scheint er mir - in etwas abweichendem Wortsinne - zum "Heimatroman" werden zu können: zu einer Geschichte, in der ich die nächsten 2 bis drei Jahre zu Hause sein werde.--- Heute rief der Verlag an, eine Rezension zu "Meister Perlboot" sei in DIE BRÜCKE erschienen. In Kürze mehr.
14.07.2007
Heute ist auf der österreichischen Internetseite (Die Neue Lese-Homepage: www.holy.or.at) von Mag. Dr. Gerhard M. und Stefanie Holy eine Autorenempfehlung eingestellt worden, über die ich mich sehr gefreut habe. Vielleicht ergibt sich ja in Zukunft noch eine spannende Kooperation.In den letzten Tagen stand eine kurze Textauftragsarbeit (für eine Anthologie) an, die aber schon abgeschlossen ist. Und der Postbote brachte zahllose Buchpakete, die ich für meine wissenschaftliche Arbeit bestellt hatte. Kaum zu glauben, wie "reichhaltig" die deutsche Literatur an Afrikaromanen ist (und ich schreibe hier nicht von jenen sehr erfolgreichen Büchern, in denen ältere deutsche Frauen ihre "Leidenschaft" für unseren Nachbarkontinent entdecken ...)! Noch ein gutes Stück Sichtungsarbeit zu bewältigen.
--- Und allmählich müssen wir mit den Vorbereitungen für unsere Recherchereise nach Schweden beginnen: Ende Juli geht es los. Material / Atmosphäre sammeln für BB.
03.07.2007
In einer an sich unscheinbaren Situation eröffnete sich mir gerade eben das Bewusstsein, bereits ein Stück literarischen Weges zurückgelegt zu haben. Mit unserem Sohn saß ich auf dem Sofa und hörte mir "Oropoi" an. 2005 hatte der WDR ein Hörspiel aus meiner Geschichte um den neugierigen Pavian gesponnen - und bei den ersten Klängen wurde mir klar, dass es schon ein ganz besonderer Augenblick war.02.07.2007
Buchvorstellung auf dem Radiosender O1 (Oldenburg 1) via Internet mitverfolgt. Eine schöne Kriktik zu meinem "Himili", welches als ein "entzückendes Kinder- und Jugendbuch" den Hörern empfohlen wurde. Bei diesen Worten startete natürlich meine Assoziationsmaschine durch und bald hatte ich die junge Hyäne Himili vor mir hocken, mit blitzender Glatze und einem Lolli in der Maultasche ... War es nicht Kojack, der - den Lutscher von einem Mundwinkel in den anderen wechselnd - etwas "entzückend" fand? Mich freut die Besprechung in Oldenburg, da ich selbst dort einmal gelebt habe. Mal sehen, wohin es die Hyäne noch verschlagen mag ...27.06.2007
Kleine Fortschritte in der Konzeption meiner beiden Buchprojekte gemacht. Der Einfachheit halber werde ich heute zwei Kürzel einführen: für das neue Jugendbuch "BB" (abgeleitet von dem Arbeitstitel, den ich jedoch - aus Gründen unbegründeten Aberglaubens - noch nicht lüften mag) und für den Roman "FC" (was reichlich wenig mit Fußball zu tun hat, obwohl ein alter Nationalspieler bei uns im Ort wohnen soll). Die Fortschritte lassen sich nicht an Seitenzahlen messen, sondern am Grad der Strukturiertheit der darzustellenden Welt. Ich habe die passende Parallelhandlung für "BB" gefunden, weiß nun, wie die eigentliche Abenteuerhandlung durch ein durchgehendes Motivgeflecht vertieft wird. Wasser spielt eine große Rolle ...--- Bei "FC" hat sich etwas Sonderbares ergeben: ursprünglich war ich davon ausgegangen, dass es in der Geschichte um die Suche nach ZWEI Verschwundenen geht, nach Abwesendem, Unsichtbarem, nach ... Vergangenem. Zwei Umrisse, die nur noch erahnt werden können, wie Schemen im Nebel. Doch dann passierte es, dass sich die Schemen zu überlagern begannen, bis ich mir sicher war (so sicher, wie man es sich bei der Arbeit mit Schemen überhaupt sein kann), dass beide Schemen zu ein und derselben Person gehören. Aus den zwei Verschwundenen wurde einer. So kryptisch dies zu lesen sein mag - für mich macht es Sinn. Heute Abend zumindest.
--- Vom Verlag mitgeteilt bekommen, dass kommende Woche eine Besprechung meines "Himili" auf einem Oldenburger Radiosender laufen soll. Ich bin einmal gespannt, wie OLDENBURG 1 mit meiner Hyäne umgehen wird.
22.06.2007
Ungeheuerlich, dass schon wieder ein Monat verflogen ist. Aber, so scheint es immer zu sein: je höher die Ereignisdichte in einem Zeitabschnitt, desto kürzer das eigentliche Zeitempfinden. Der Juni war - bis jetzt - mit Lesungen gepflastert. In 2 1/2 Wochen 11 Lesungen mit "Oropois Land" und "Himilis Geheimnisse". So vertraut mir der neugierige Pavian nun schon ist, gerade die letzten Veranstaltungen in Kölner Grundschulen haben mir wieder einmal gezeigt, dass Oropoi immer wieder frisch und aufs Neue abenteuerlustig losziehen kann. Und der Wechsel zwischen Oropoi und dem neuen Literaturprojekt zu "Himili fürchtet die Finsternis" fällt leichter als ursprünglich angenommen. Mit dem neuen Projekt konnte ich diesen Monat in Sankt Augustin (Waldorfschule), Vechta (Haupt- und Realschule), Siegburg (Gymnasium) und Brühl (Gymnasium) spannende Lesungen durchführen. Von den Schülerinnen und Schülern wurde die Geschichte ausgesprochen gut auf-und mit in die NRW-Sommerferien genommen. An Ferien ist bei mir vorerst noch nicht zu denken: die Dissertation hat einen Roman als Schlussstein gefunden, so dass nur noch etwa 70 Jahre Literaturgeschichte zwischen Anfang und Ende (1880 - 1950) abgedeckt werden müssen. Aber: es strukturiert sich.
--- Schön auch die Nachricht, dass meine Rezension zu Rothmanns "Rehe am
Meer" in der Kritischen Ausgabe erschienen ist ---
--- Im Augenblick häufen sich die Anfragen für Lesungen im kommenden Herbst bis Frühjahr 08. ---
--- UND: Die Strukturarbeit an zwei Romantexten geht weiter. Das Jugendbuch "ohne Titel" wird mit einer noch nicht näher definierten Parallelhandlung versehen, welche die Erzählebene der Realität spiegelt, bricht und vertieft. Und mein großer Romanentwurf (auch noch ohne Titel) für ein erwachsenes Publikum erfährt eine Zuspitzung in der Motivationsstruktur seines Protagonisten. Worum es geht? Um das Verschwinden.
31.05.2007
Jetzt sind schon wieder einige Tage verstrichen
und die Arbeit "ruht" immer noch. Dabei ist ruhen wirklich ein
relativer Begriff. Die Arbeit an dem neuen Buch wurde wieder einmal
unterbrochen durch drängende Neuerungen, so schob sich meine
Dissertation mit aller Wucht dazwischen und forderte erst einmal meine
Aufmerksamkeit. So wird sich das neue Buchprojekt die kommenden Wochen
und Monate mit dieser wissenschaftlichen Arbeit teilen müssen. Auch das ist eine Form von Überlappung. Aber vielleicht auch eine ganz spannende Form ... Zumindest hoffe ich darauf. Es ist wie mit grünen Bananen, die man zum Ausreifen in eine Schale mit weichen Kiwis legt ... - Reifungsdünste steigen auf und bringen das gesamte Obst ein gutes Stück voran. Vielleicht klappt es auch mit meinen beiden Projekten, wobei ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob das Kinderbuch oder die wissenschaftliche Arbeit eher den Kiwis entspricht. In jedem Fall sitze ich jetzt zwischen zwei riesigen Literaturstapeln an meinem Schreibtisch und fühle mich meinem eigentlichen Berufsziel ein Stückchen näher: Forscher zu sein. Denn für mich bedeutet nicht nur die Wissenschaft Forschung, sondern auch das Schreiben und Erfinden von Geschichten. Alle Bemühungen versuchen schließlich eines: Welt darzustellen und zu erklären.
In diesem Sinne kann es ja weiter gehen - mit Bananen und Kiwis ...
19.05.2007
Es geht schon wieder auf Mitternacht zu und wirklich intensiv kann ich die heutige Tagesarbeit nichtgerade nennen. Immerhin, die neue Geschichte beginnt sich in Szenen und Sequenzen zu gliedern.
Ist dieser Zustand erst einmal erreicht, ahnt man, dass es bald mit dem ersten Satz losgehen wird.
Ach, ... erste Sätze. Das ist wieder ein ganzes Thema für sich. Denke man nur an die
Schöpfungsgeschichte.
Erste Sätze ... Fast so schlimm wie Namen. Ohne Namen bleiben mir meine Figuren gesichtslos.
Ich kann sagen, da ist ein Junge. Er wird dies und jenes erleben, hiermit konfrontiert, daran wird er
wachsen - doch sein Gesicht, seine Gesten erhalten erst Kontur, wenn er einen Namen bekommen
hat. Und wie kommt man zu diesem? Häufig im Traum. Meinen Lieblingsnamen hörte ich Silbe für
Silbe im Halbschlaf, schreckte durch die Skurrilität desselben auf und fand Zeit genug, ihn -
im völligen Dunkel - aufzuschreiben. Wenig später wusste ich, dass Herr Tschichek Grosz einen roten
Schnauzbart haben würde, der den Kindern des Dorfes die Aussicht auf seinen Mund (und sein Lächeln?)
wie ein Rolleau versperrte. Herr Tschichek Grosz wurde zu Meister Perlboot, fand seine Stimme, sein
Perlenlachen und die blaue Frau. Doch am Anfang seiner Reise stand sein Name.
Heute ist da ein Junge und seine Schwester. Beide namenlos. Heute Nacht sehe ich ihre Gesichter
noch nicht, aber ich vertraue auf meinen Halbschlaf ...
16.05.2007
Muss man ein Journal ebenso wie einen Roman mit einem Paukenschlag beginnen lassen?Oder darf man realistisch bleiben? Ich fange einfach einmal an von Überlappungen zu schreiben,
denn die Gleichzeitigkeit spielt bei meinen Projekten eine wichtige Rolle. Immer gibt es zwischen
dem Fertigstellen des einen und dem Beginn des nächsten Buches eine Schnittfläche, in der sich
Ideen begegnen und - mitunter - aufeinander abfärben. So war es auch bei "Himili" und dem Projekt,
das noch keinen Namen hat. Eigentlich befand ich mich noch mitten in der afrikanischen Savanne,
schlug mich mit Bösen Onkels herum, knabberte - an Himilis Seite - Giraffenwaden an und war
vollauf mit der Fertigstellung meines dritten Kinder- und Jugendbuches beschäftigt, als bereits
neue Erzählfäden auf mich zuschwebten. Die Mörderhütte im schwedischen Hinterland, um nur
ein Motiv zu nennen. Und dieses Motiv war eingebettet in eine unheimliche Atmosphäre: ein stiller,
von keinem Windkräuseln beunruhigter See, Dämmerwald und die Abwesenheit jeglicher Vogelstimmen.
Eine beklemmende Atmosphäre, in der wir damals die Mörderhütte erreichten. Es schien, als würde
die Welt den Atem anhalten. Wir spähten zwischen den Birken hindurch und erblickten neben der
Hütte, auf eine Leine gespannt, eine lange, weiße ... Herrenunterhose.
Genau hier begannen die ersten Ideen auszureifen. Und seit diesem Tag begleitet mich das neue
Projekt. Dabei verlangt Himili immer noch nach Aufmerksamkeit. So eine junge Hyäne kann ganz
schön anghänglich werden, das kann ich Euch sagen. Erst gestern erfuhr ich von einer wundervollen
Angelegenheit: die Arbeitsgemeinschaft für Jugendliteratur und Medien der GEW hatte eine
Buchbeurteilung zu "Himili" veröffentlicht. Und diese war ausgezeichnet ausgefallen. Da gab es
gestern natürlich erst einmal eine kleine Hyänenfeier bei uns zu Hause ...