
Simak Büchel - Meister
Perlboot
Titelbild von Daniela Huetzen
Geest-Verlag, ISBN 3-937844-71-6
202 Seiten, 10,00 EUR
2. Auflage 2007
Erhältlich in jeder Buchhandlung!
Die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM) hat eine bemerkenswerte Besprechung von Simak Büchels "Meister Perlboot" in ihrer Datenbank veröffentlicht. Die Besprechung dürfte vor allen Dingen auch für Lehrerinnen und Lehrer von Interesse sein, die auf der Suche nach neuer Schullektüre sind. Mehr dazu unter "Rezensionen".
Inhalt:
In der
verträumten Hafenstadt N geht alles seiner gewohnten Wege, bis Herr Tschichek
Grosz eines Morgens von einem Fischzug heimkehrt. Nicht genug, dass der als
Griesgram bekannte Fischer das erste Mal seit Jahren lacht, nun rieseln ihm
auch noch Perlen aus dem Bauchnabel und stellen die ganze Stadt auf den Kopf.
Ein Wettlauf um sein Lachen entbrennt und der Tumult gipfelt in einer mondlosen
Nacht auf dem Meer, in der Herr Tschichek Grosz unter mysteriösen Umständen
verschwindet. Jetzt ist es an den Kindern von N, dieses Geheimnis und die düsteren
Machenschaften im alten Turm aufzuklären.
Leseauszug:
(Drittes Kapitel)
Der Balkon lag noch
zur Hälfte im Schatten, denn gerade erst tauchte die Sonne an der rechten
Häuserkante auf und lugte über die Holztische, an denen sich noch keine Gäste
eingefunden hatten. Wilder Wein hatte in Jahrzehnten die Balkoneinfassung und
weite Teile der bruchsteinernen Hauswand überwuchert und verzierte nun die
Fassade der Grünen Qualle mit einem raschelnden Dickicht, aus dem Bienen
aufschwärmten und in dem feuerköpfige Eidechsen Zuflucht suchten. Noch lagen
die kleinen Reptilien platt auf dem Geländer und gierten förmlich nach den
ersten wärmenden Strahlen. Dabei reckten sie ihre kupfern beschuppten Köpfe
empor und zeigten den schmalen Streifen Türkis in einer Hautfalte unter ihrer
Kehle. Ihre zerbrechlichen Leiber leuchteten grün oder bräunlich auf, einige
wenige, meistens die zierlichsten unter ihnen, glommen beinahe golden, wenn
sie, von einer unachtsamen Handbewegung aufgeschreckt, wie oszillierende Blitze
zwischen den knorrigen Weinranken und Tischbeinen einher huschten.
Herr Tschichek
Grosz tat es ihrem Beispiel nach und rückte seinen Stuhl in einen
Sonnenflecken, woraufhin die Eidechsen auseinander flitzten und ihn durch ihre
zarte Flinkheit zum Lachen reizten. Winzige Perlen kullerten ihm dabei über die
Schuhe und rollten bis ins schimmernde Gewühl der Tierleiber hinein.
Herr Tschichek
Grosz jedoch bemerkte nichts davon, blickte versonnen auf die Straße hinab und
erfreute sich an den Ähnlichkeiten zwischen Eidechsen und Menschen. Ganz reptilienhaft
huschten die Bewohner zwischen den Läden und Marktständen einher, bis sich bei
einigen von ihnen sogar eine verblüffend ähnliche Rötung des Kopfes einstellte.
Man ruckte und umwand sich, scharwenzelte auf einen Plausch in diese Richtung
oder eilte dort in den Schatten, um einer erspähten Bedrohung auszuweichen.
Herr Tschichek Grosz schmunzelte ob dieses Vergleichs und rieb sich die Hände.
Dann erschien auch schon Pakmal Nump im Türdurchgang.
„Ging doch schnell,
mein Freund ...“, versetzte dieser und stellte eine Steingutkanne voll
dampfenden Tees zwischen ihnen ab.
„Pakmal, mein
Freund, was hast du da bloß wieder zusammengebraut?“, fragte Herr Tschichek
Grosz und schnupperte in das ausströmende Aroma, das er sich mit der
Handmuschel zufächelte.
„Nur vom Besten,
wirklich nur vom Besten. Ich habe schwarzen Tee mit Wasser und Milch gekocht,
dann noch das ein oder andere Stängelchen Zimt, eine Prise hiervon, einen
Krümel davon. Du kennst mich doch, Tschich.“
„Jesses, ich hätte
es wissen müssen. Und nun gieß ein.“
Geraume Zeit saßen
die beiden schweigend auf dem Balkon und hielten die heißen Tassen zwischen den
Fingern. Gelegentlich nippten sie und mussten schmunzeln, wann immer sich ihre
Blicke trafen. Ein geheimnisvolles Einverständnis umgab sie, welches nur gute
Freunde nachvollziehen können. Es hüllte sie ein wie der Geruch blühenden
Thymians. Beide rochen es und waren glücklich darüber, dass es den anderen gab.
Gar nicht viel musste gesprochen werden und doch verstand der eine, was der
andere sagen wollte. Zu gut wusste Pakmal, was es zu bedeuten hatte, wenn der
Freund seinem heiteren Blick nur kurz standhielt, dann die Augen auf seine
groben Fingerkuppen senkte und zu lächeln begann. War da nicht sogar ein
verschämtes Erröten auf Herrn Tschichek Grosz’ Wangen auszumachen?
„Dann ist es also
tatsächlich passiert“, brach Pakmal Nump nach einer Weile das Schweigen und
strich sich über den Hinterkopf. Herr Tschichek Grosz nickte bloß.
„Wer hätte das für
möglich gehalten!“
Für Pakmal Nump
schien es völlig klar, was mit seinem Freund passiert war. Jedes weitere Wort
wäre unnütz gewesen.
So kam es auch,
dass sich Herr Tschichek Grosz bald nachdem sie ihren Tee ausgetrunken hatten,
verabschiedete, die leeren Körbe aufnahm und zur Straße hinaus schlenderte. Pakmal
sah ihm lange vom Balkon aus nach und wäre um ein Haar auf einer Perle
ausgerutscht. Gerade noch rechtzeitig konnte er sich am Geländer abstützen, um
anschließend nach dem zu suchen, was ihn um den sicheren Stand gebracht hatte.
Unter dem Stuhl fand er winzige Perlen, die er sorgsam im Sonnenlicht untersuchte.
Kein Zweifel: es war echtes Perlmutt. Sie mussten seinem Freund aus den Hosentaschen
gerieselt sein, dachte er sich, sprang auf und rief dem Fischer hinterher. Doch
dieser war bereits um die nächste Ecke verschwunden. So blieb Pakmal Nump mit
einem rätselhaften Häuflein Perlen allein zurück.
(...) Wegen dieser unerhörten Angelegenheit mit den Perlen hatte
Herr Tschichek Grosz auf Anraten seines Freundes sogar einen Arzt konsultiert.
Dr. Lumpidumpang, welcher von sehr weit herkam, einen ausgezeichneten Ruf
genoss, dementsprechend spät zu Abend aß, und mit seiner Frau drei bildhübsche
Töchter großzog, hatte ihm lange in die Ohren geschaut, ihn Kniebeugen machen
lassen, um schließlich seinen Bauch mit kalten Fingerkuppen abzutasten. Doch
das half alles nicht, eine Erklärung für den Perlensegen zu liefern.
Gleichermaßen ratlos wie fasziniert, konnte der Arzt nicht umhin, Herrn
Tschichek Grosz mehrmals unter den Achseln zu kitzeln, weil er zu beobachten
wünschte, wie wieder und immer im selben Ablauf nach dem Lachen eine Perle aus
dem Nabel hüpfte.
Glücklicherweise brauchte Herr Tschichek Grosz
anschließend nichts zu bezahlen, da dem Arzt, nachdem er seinen Patienten noch
zweimal gekitzelt hatte, die herumliegenden Perlen Bezahlung genug gewesen
waren. Für seine Frau und seine Töchter wollte er Ohrringe daraus fertigen
lassen. In der Tür hatte Herr Tschichek Grosz noch einmal eindringlich darum
gebeten, seine "Krankheit" im höchsten Maße vertraulich zu behandeln,
woraufhin sich Dr. Lumpidumpang nur an die Nase tippte, um etwas von "Schweigepflicht,
Herr Grosz, Schweigepflicht!" zu murmeln. Leider waren die hellhörigen
Töchter des Doktors nicht an selbige gebunden, so dass bereits am
darauffolgenden Tag halb N von Herrn Tschichek Grosz' sonderbarem Leiden
wusste. Wo immer er jetzt auftauchte, scharte sich in Windeseile ein halbes
Dutzend Menschen um ihn. Sie wagten es kaum einmal, ihren starren Blick von
seinem Bauch zu lösen, aus Angst, einen Perlensprung zu verpassen ...
Presseartikel und Rezensionen:
"Der heiße Taschenbuchtipp Frühjahr - Herbst / 2007"
Jugendschriftenausschuss des Bayerischen Lehrer- und
Lehrerinnenverbandes (BLLV, S. Böhringer-Meyer)
"Der alte Griesgram Tschichek Grosz kommt eines Tages vom Fischzug zurück und er tut
was er schon lange nicht mehr gemacht hat: er lacht, dabei fallen ihm Perlen aus seinem
Nabel. Schnell werden aus den mürrischen Bürgern des Dörfchens N eine lustige Gesellschaft, denn jeder sucht Witze und lustige Begebenheiten, um sie Herrn Tschichek
erzählen zu können. Alles ändert sich, als Grosz verschwinde. Zum Glück sind die Kinder
des Dorfes sehr clever und aufmerksam ...
Hier habe ich wirklich eine echte Perle entdeckt. Dieses Buch ist das Schönste,
was ich in den letzten Jahren gelesen habe. Den Autor zeichnet eine sehr
bildreiche und ausdrucksstarke Sprache aus. Er versteht es, für den Leser
die Zeit anzuhalten. Man fühlt die Sonne auf der Haut, wenn er sie beschreibt.
Zur bildreichen Sprache gesellt sich die tiefsinnige Geschichte von Meister
Perlboot, der mit seinem Lachen Perlen verschenkt.
Parallel dazu lesen wir von seinem Freund, dem Koch, von seinem Kummer, als Tschichek
verschwindet, und von seiner Finte, als er gerettet wird.
Dieses Buch ist voller Sonnenbilder, die man förmlich spüren kann. Ich habe es
mir 10 mal nachbestellt, ich werde es an Weihnachten verschenken, denn
jede Zeile, die man liest, ist: ABSOLUTES LESEVERGNÜGEN und auf
ganzer Linie: ein echter literar. GENUSS!"
Jul - Aug - Sep 2007/3, Heft
145 DIE BRÜCKE (Georg Walz)
Meister Perlboot
Geest-Verlag. 2. Aufl. 2007. 204 Seiten, 10,00 EUR.
Eine Geschichte, die wie ein Märchen anmutet und doch so nahe an die
menschlichen Schwächen heranführt, dass sie schon wieder wahr sein
muss. Es ist ein ereignisreicher Tag, an dem in dem kleinen Städtchen N
ungewöhnliche Dinge passieren, die es zu erzählen lohnt.
Zunächst wird die ehrenwerte Griselda Tuff von einem Aal in ihr
allerwertestes Körperteil gebissen. Dann hat der pummelige Fischer
Tschichek Grosz nach Jahren lachender Abstinenz ein Rendezvous mit dem
Lachen. Und danach, fangen alle Menschen an, den Staub der Strasse mit
nach Hause zu nehmen. In nur wenigen Tagen verändert sich das
Hafenstädtchen und mit ihm seine Einwohner in nicht geahnter Weise.
Schnell spricht sich herum, dass aus dem Nabel von Meister Perlboot,
wie Tschich von den Kindern genannt wird, bei jedem Lachen Perlen von
unterschiedlicher Größe, aber immer von allerfeinster Qualität, fallen.
Und der bisher als Griesgram bekannte Meister hat in diesen Tagen viel
zu Lachen. So als gelte es all die Jahre des Nichtlächelns in kurzer
Zeit nachzuholen. Das Schöne dabei ist, dass Meister Perlboot das
Geschenk der Perlen Allen gönnt und für sich selbst keine einzige
behalten möchte. Er ist glücklich Fischer zu sein, nachts mit seinem
kleinen Fischerboot zu seinen geheimen Fanggründen hinaus zu rudern,
tagsüber auf der Mauer, die sein Haus und seinen Garten umgibt, in der
Sonne zu dösen oder mit seinem besten Freund, dem Wirt der Qualle
Packmal Nump, Tee zu trinken und von dessen herausragender Kochkunst zu
profitieren und diese zu genießen.
Geschickt wird in dem Moment erneut Spannung aufgebaut, in dem die
Worte der Idylle sich der Langeweile nähern.
Auf mysteriöse Weise verschwindet Meister Perlboot eines Nachts. Sein
Boot wird am darauffolgenden Tag im Meer treibend aufgefunden. Eine
plausible Erklärung für das Verschwinden von Meister Perlboot ist
schnell gefunden. Die blaue Frau hat ihn in die Tiefe der See gezogen,
um sich an seinem Lachen zu erfreuen.
Die Aneinanderreihung ungewöhnlicher Vorgänge lässt ein zartes
Pflänzchen der Ahnung aus den Sätzen sprießen. Dieses wächst von Seite
zu Seite mehr aus dem kargen Boden der Hoffnungslosigkeit dem Licht der
Sonne entgegen. Bis der Zufall es möchte und die Kinder von N die
seltsame Blüte finden, die zum Schlüssel des Geheimnisses, um das
Verschwinden von Meister Perlboot, werden soll. Doch bis der Schlüssel
in das Schloss der Turmtür passt und dieses aufsperrt, bleibt noch viel
zu tun.
Der Autor schickt seine Protagonisten auf das Schachfeld und treibt mit
jedem Satz die spannende Partie voran.
Letztendlich ist es Pakmal Nump der beste Freund von Meister Perlboot,
der mit seinen Kochkünsten ein Mahl bereitet, das sicherlich einigen
Personen lange im Gedächtnis bleiben wird.
Wer insgeheim auf den letzten Seiten Gerechtigkeit erwartet, wie er
dies von den Märchenerzählungen seiner Kindheit gewohnt ist und darauf
hofft, dass die Bösen bestraft werden, wird enttäuscht. Da das Ende des
Buches nicht zwingend das Ende der Geschichte von Tschich Grosz ist,
bleibt es der Phantasie des Lesers überlassen, seinen persönlichen Zorn
in eine gerechte Strafe zu wandeln. Meister Perlboot hat seinen
Peinigern längst vergeben und ist unterwegs zu einer Zufriedenheit, die
die meisten von uns noch erlernen müssen.
Rhein-Sieg-Rundschau, 13.10.2005
„Mit
Blattgold in der Brust. In „Meister Perlboot“ findet Simak Büchel zur
bildhaften Sprache. Simak Büchels Schreibstil ist trotz aller Sprachgewalt
greifbar und wegen seiner Bildhaftigkeit leicht zu durchdringen.“
Kölner
Stadt-Anzeiger, 06.10.2005
„Die
bilderreiche, farbenfrohe Sprache des Autors zieht den Leser schnell in die
Geschichte hinein und macht Spaß zu lesen.“ (Kölner Stadt-Anzeiger, 6.10.2005)
General-Anzeiger
Bonn, 06.10.2005
„Ein
Griesgram lernt das Lachen wieder. Der Hennefer Schriftsteller Simak Büchel
liest in der Meys-Farbik aus seinem neuen Buch „Meister Perlboot“. Der Erlös
des Abends kommt einem Bildungsprojekt der „Kinderhilfe Lateinamerika Hennef“
zugute. „Ich habe die Hoffnung“, sagt Büchel „dass dieser Beitrag ein Lächeln
nach Guatemala überspringen lässt.“
Rhein-Lahn-Zeitung,
17.10.2005
„Meister Perlboot
ist eine fantasievolle Erzählung, gleich einem Märchen, das in die Neuzeit
übertragen wurde.“
Arbeitsgemeinschaft
Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
MEISTER PERLBOOT
Fantastische Erzählung
Inhalt:
Sie hänseln ihn ein
wenig, die Kinder, denn er ist ein schweigsamer, einsamer Fischer, der keine
Freunde hat außer dem Koch Pakmal. Doch dann kommt er nach einer Nacht auf See
zurück und lacht und freut sich. Und damit nicht genug - bei jedem Lachen
gebiert sein Bauchnabel eine Perle, die durch seine Hosenbeine auf die Erde
kullert und den Bewohnern von N je ein kleines Vermögen beschert. Das ruft
natürlich böse Menschen auf den Plan.
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Beurteilungstext:
Wir haben drei
Handlungsorte: Die Kleinstadt N, die versteckte Bucht, von der wir wenig
erfahren und um die es viele Spekulationen gibt, und den Turm, in dem Tschichek
Grosz, genannt Meister Perlboot, von den Bösen gefangen gehalten wird. Dort
wird er unter Lachgas (!) gesetzt, damit die große Sortier-Maschine die
Unmengen an Perlen aus seinem sorgsam gepflegten und becremten Nabel für den
Verkauf vorbereitet.
Pakmal Nump und seine Frau Lemna wie die Kinder Ela und Mirek vermissen den
alten Tschich, halten ihn für tot wie alle anderen im Ort. Das Leben geht halt
irgendwie weiter. Muss ja.
Aber dann und wann hört man bei günstigem Wind ein Lachen in der Luft, ganz
leicht, und ist schon wieder fort! Bis die Kinder nach dem abendlichen Ausflug
an die See wegen des Meeresleuchtens den Beweis erbringen: Meister Perlboot
lebt! Nun müssen nur noch die Erwachsenen überzeugt und ein Plan geschmiedet
werden, damit der lang Vermisste befreit werden kann.
Gar keine gute Rolle spielen in der Geschichte der Bürgermeister mit seiner
Frau, auch wenn sie zum Schluss als Kollaborateure nur angedeutet werden.
Pakmal dagegen und Tschichek zeigen, was echte Freundschaft kann und wie man
auch zum Schluss los lassen muss, damit das Leben mit der "blauen
Frau" beginnen kann. Auch hier nur Andeutungen wie auch beim Hinweis auf
den übermalten Namen des Bootes und ein Halbsatz dazu, dass nämlich Tschicheks
Frau ihn einst verließ. Was in der Nacht auf See tatsächlich passiert, erfahren
wir Leser nicht. Wir müssen ja auch nicht zu neugierig sein.
Eine schöne Grundidee wird spannend umgesetzt
und sprachlich mit ganz vielen stimmigen und schönen Vergleichen gefüllt.
Bilder werden mit den Wörtern gezeichnet. Sonnenstrahlen dürfen in der Küche
"verspielten Insekten gleich von Topf zu Tiegel" springen, Pakmal
"wie eine leichtfertig aus dem Wasser gehobene Qualle" in sich
zusammensinken, und Lemna sich neben Pakmal auf die Stufen hockt, "um in
die vom ersten Licht aufgeraute Dunkelheit der Gasse zu blinzeln."
Auch wenn Simak Büchel chronologisch erzählt, so wechselt er doch
öfter den Ort der Erzählung und treibt (auch) damit die Handlung nach vorn.
Sehr sympathisch, dass die Kinder zunehmend wichtiger werden, auch, weil sie
den "alten merkwürdigen Fischer" einst sogar verspotteten. Meister
Perlboot wird also gerettet und reagiert ungewöhnlich auf seine Entführer:
"Leer geweint von den Tränen des Lachens und der Wut waren seine
Augen", einer Wut, die aber dennoch nicht in Rache umschlägt. Ebenso
angenehm zu lesen, dass seine Retter ihn los lassen können, damit er sein Glück
auf dem Meer finden kann und keinesfalls auf Dankbarkeit warten.
Inhalt und Stil sind einer lesegeübten achten,
ansonsten einer neunten oder zehnten Klasse (sowie Dank des Taschenbuchpreises)
als Klassenlektüre anzuraten. Vielfältige
Umsetzungen szenischer wie sprachlicher Art bieten sich, Ausgestaltung des
Ortes mit den Eidechsen und den Papageientauchern oder dem Haus von Meister
Perlboot oder der "Grünen Qualle" könnten Aufgaben sein. Die
Charakterisierung der Personen ist einerseits einfach und gut zu belegen,
andererseits sind sie nicht schwarz und weiß gezeichnet, gibt es auch Personen
in Grautönen: Bürgermeister, Schergen des Verbrechers, Marktfrau usw.
Sehr empfehlenswert!
[Quelle: Datenbank der AJuM unter www.ajum.de]