- Leseförderung Grundschule: Bogumils Boten
- Leseförderung Klasse 5: Bogumils Boten
- Grundschule Lesung - Zaza und der Zirbelzottel
- Leseförderung Grundschule - Oropois Land
- Leseförderung Grundschule 2 - Himilis Geheimnisse
- Erprobungsstufe - Himilis Geheimnisse
- Mittelstufe - Meister Perlboot
- Oberstufe und Literaturkurse
- Perlensprunglesung - für Erwachsene
Eine Lesung wie ein
Hörbuch - mit anschließendem Werkstattgespräch.
Zielgruppe: leseerfahrene 7., ansonsten 8. bis 10. Klassen
Dauer: 2 Schulstunden
Art: Szenische Lesung und Werkstattgespräch
Buch: Meister Perlboot
"Dieses Buch ist das Schönste, was ich in den letzten Jahren
gelesen habe [...] denn jede Zeile, die man liest, ist:
ABSOLUTES LESEVERGNÜGEN und auf ganzer Linie:
ein echter literar. GENUSS!"
JUGENDSCHRIFTENAUSSCHUSS DES
BAYERISCHEN LEHRER- UND LEHRERINNENVERBANDES
(S. Böhringer-Meyer zu: Meister Perlboot)
Meister Perlboot eignet
sich durch seine dichte Atmosphäre, die schillernden
Charaktere und stimmungsvollen Lokalitäten ideal zu einer Besprechung im
Deutschunterricht.
Simak Büchel versteht es
in einer Lesung, Räume aufzuspannen und eine Atmosphäre zu erzeugen, in die man
als Zuhörende eintauchen kann. Die Geschichte um den pummeligen Herrn Tschichek
Grosz ist eine Außenseitergeschichte mit gesellschaftskritischen
Tiefenschichten.
Sowohl die Geschichte an
sich, als auch die besonders bildreiche, farbenfrohe Sprache bieten
Ansatzpunkte zur Interpretation und zum gemeinsamen Gespräch.
Im Werkstattgespräch bietet sich anschließend die Möglichkeit, über die handwerkliche und kreative Seite des Schriftstellerberufes zu reden.

Empfohlen wird "Meister Perlboot" von der Arbeitsgemeinschaft für Jugendliteratur und Medien der GEW:
MEISTER PERLBOOT
Fantastische Erzählung
Inhalt:
Sie hänseln ihn ein wenig, die Kinder, denn er ist ein schweigsamer, einsamer Fischer, der keine Freunde hat außer dem Koch Pakmal. Doch dann kommt er nach einer Nacht auf See zurück und lacht und freut sich.
Und damit nicht genug - bei jedem Lachen
gebiert sein Bauchnabel eine Perle, die durch seine Hosenbeine auf die Erde
kullert und den Bewohnern von N je ein kleines Vermögen beschert. Das ruft
natürlich böse Menschen auf den Plan.
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Beurteilungstext:
Wir haben drei
Handlungsorte: Die Kleinstadt N, die versteckte Bucht, von der wir wenig
erfahren und um die es viele Spekulationen gibt, und den Turm, in dem Tschichek
Grosz, genannt Meister Perlboot, von den Bösen gefangen gehalten wird. Dort
wird er unter Lachgas (!) gesetzt, damit die große Sortier-Maschine die
Unmengen an Perlen aus seinem sorgsam gepflegten und becremten Nabel für den
Verkauf vorbereitet.
Pakmal Nump und seine Frau Lemna wie die Kinder Ela und Mirek vermissen den
alten Tschich, halten ihn für tot wie alle anderen im Ort. Das Leben geht halt
irgendwie weiter. Muss ja.
Aber dann und wann hört man bei günstigem Wind ein Lachen in der Luft, ganz
leicht, und ist schon wieder fort! Bis die Kinder nach dem abendlichen Ausflug
an die See wegen des Meeresleuchtens den Beweis erbringen: Meister Perlboot
lebt! Nun müssen nur noch die Erwachsenen überzeugt und ein Plan geschmiedet
werden, damit der lang Vermisste befreit werden kann.
Gar keine gute Rolle spielen in der Geschichte der Bürgermeister mit seiner
Frau, auch wenn sie zum Schluss als Kollaborateure nur angedeutet werden.
Pakmal dagegen und Tschichek zeigen, was echte Freundschaft kann und wie man
auch zum Schluss los lassen muss, damit das Leben mit der "blauen
Frau" beginnen kann. Auch hier nur Andeutungen wie auch beim Hinweis auf
den übermalten Namen des Bootes und ein Halbsatz dazu, dass nämlich Tschicheks
Frau ihn einst verließ. Was in der Nacht auf See tatsächlich passiert, erfahren
wir Leser nicht. Wir müssen ja auch nicht zu neugierig sein.
Eine schöne Grundidee wird spannend umgesetzt
und sprachlich mit ganz vielen stimmigen und schönen Vergleichen gefüllt.
Bilder werden mit den Wörtern gezeichnet. Sonnenstrahlen dürfen in der Küche
"verspielten Insekten gleich von Topf zu Tiegel" springen, Pakmal
"wie eine leichtfertig aus dem Wasser gehobene Qualle" in sich
zusammensinken, und Lemna sich neben Pakmal auf die Stufen hockt, "um in
die vom ersten Licht aufgeraute Dunkelheit der Gasse zu blinzeln."
Auch wenn Simak Büchel chronologisch erzählt, so wechselt er doch
öfter den Ort der Erzählung und treibt (auch) damit die Handlung nach vorn.
Sehr sympathisch, dass die Kinder zunehmend wichtiger werden, auch, weil sie
den "alten merkwürdigen Fischer" einst sogar verspotteten. Meister
Perlboot wird also gerettet und reagiert ungewöhnlich auf seine Entführer:
"Leer geweint von den Tränen des Lachens und der Wut waren seine
Augen", einer Wut, die aber dennoch nicht in Rache umschlägt. Ebenso
angenehm zu lesen, dass seine Retter ihn los lassen können, damit er sein Glück
auf dem Meer finden kann und keinesfalls auf Dankbarkeit warten.
Inhalt und Stil sind einer lesegeübten achten, ansonsten einer neunten oder zehnten Klasse (sowie Dank des Taschenbuchpreises) als Klassenlektüre anzuraten. Vielfältige Umsetzungen szenischer wie sprachlicher Art bieten sich, Ausgestaltung des Ortes mit den Eidechsen und den Papageientauchern oder dem Haus von Meister Perlboot oder der "Grünen Qualle" könnten Aufgaben sein. Die Charakterisierung der Personen ist einerseits
einfach und gut zu belegen, andererseits sind sie nicht schwarz und weiß gezeichnet, gibt es auch Personen in Grautönen: Bürgermeister, Schergen des Verbrechers, Marktfrau usw.
Sehr empfehlenswert!
[Quelle: Datenbank der AJuM unter www.ajum.de]