Alles Bio!

Literatur ist Fantasiearbeit und wird damit zum Zukunftslabor

„Egal ob Schweden oder Südamerika – immer versuche ich, meinen Figuren vorauszureisen, um vor Ort Atmosphäre für meine Bücher einzufangen.“

Ich schreibe, um zu gestalten. Jede Geschichte ist für mich ein Schritt ins Unsichtbare, ins Vage, ins Nebulöse hinein. Ich bewerfe so lange unsichtbare Dinge mit Wörtern, bis diese für andere sichtbar werden.

Für mich gliedert sich mein Beruf in 3 Phasen.

  1. Reisen – Immer versuche ich, den Figuren meiner noch zu schreibenden Geschichten vorauszureisen, egal ob in den Regenwald oder in die weißen Nächte am Polarkreis. „Wie riecht es kurz vor Sonnenaufgang in Taganana? Welche Farbe hat die Dämmerung im Regenwald von Kakamega? Wie fühlt sich ein Goliathkäfer auf der Bauchseite an?“ Das sind Fragen, die sich nur in der unmittelbaren Anschauung klären lassen. Zumindest für mich. Ich möchte nicht im Internet recherchieren, um Antworten abzuschreiben, die andere bereits gegeben haben. Ich möchte eigene Antworten finden auf Fragen, die ich mir noch gar nicht gestellt habe! Deswegen reise und sammle ich. Die vielen kleinen Inspirationen verdichte in an meinem Schreibtisch später zu Literatur für junge Menschen.
  2. Schreiben – das Gesammelte, Erlebte, Gefundene und Entworfene trage ich so lange in mir herum, bis sich die Kontur einer Geschichte abzeichnet. Irgendwann ist der Moment dann da, dass ich den Helden oder die Heldin vor mir sehe. „Aber wie heißt du?“, frage ich. „Was machst du sonst so, wenn du nicht gerade am Rand meines Schreibtischs auftauchst?“ und natürlich: „Welche Schuhgröße hast du? Magst du Artischocken?“ Alles will ich über meine Figuren wissen, bevor ich sie in meine Geschichten hineinjage, wo sie sich dann selbst beweisen müssen.
  3. Foto: A. Freudenreich

    Schauspielerndes Lesen – hierbei passiert etwas Außergewöhnliches mit mir und meinen Geschichten. Sie verändern ihren Aggregatzustand, werden durch das Erzählen von Übergängen, durch das Stimmenfinden für die Figuren, durch das intensive Vorlesen wieder weich und verwandeln sich. Die Kinder gestalten während meiner Lesungen die Geschichten mit und ich genieße diesen Austausch, entsteht dadurch letztlich wieder etwas völlig Neues.

Alles bio? Es geht natürlich auch so …

Vita

  • geb. am 19.09.1977 in Bonn.
  • verheiratet, zwei Kinder.
  • Studium der Germanistik, Biologie und Philosophie.
  • Leitung internat. Jugendbegegnungen inOstafrika (2000, 2002, 2004).
  • Promotion über Weltbildkonstruktionen in deutschsprachigen
 Kolonial- und Afrikaromanen, Universität Bonn.
  • seit 2007 freier Autor, Abenteuerlesungen, szenische Lesungen 
und Mitmachtheater im deutschsprachigen Raum. Übersetzungen einiger Bücher erschienen in China und Japan.

Stipendien / Auszeichnungen

  • 2016 „Die 100 Besten“: Das Buch, „Liebe Prinzessin, ich bin’s, dein Prinz!“ (Bohem) steht auf der Empfehlungsliste des Börsenvereins, Sparte Bilderbuch.
  • 2015 Einladung zur Autorenwerkstatt in der Villa La Collina, Cadenabbia; ausgerichtet von der Konrad-Adenauer-Stiftung.
  • 2014 Nominierung zum 1. Manuskript-Kurzhörspielwettbewerb des Leipziger Hörspielsommers für „Der Bär“.
  • 2013 Aufenthaltsstipendium Bibliothek Waldmühle, Soltau
  • 2012 Arbeitsstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen für
 Autorinnen und Autoren.
  • 2008 Arbeitsstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen für 
Autorinnen und Autoren.
  • 2004 Sächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst,
 Denkmalschmiede Höfgen.
  • 2003 Sächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst,
 Denkmalschmiede Höfgen.
  • 2002 Sächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, 
Denkmalschmiede Höfgen.
  • 2000 9. Platz beim Jungautorenwettbewerb der Regensburger
 Schriftstellergruppe International.

Bibliographie

  • 2018: „Piratenprüfung vor Melele Pamu“, DIX-Verlag.
  • 2016: „Liebe Prinzessin, ich bin’s, dein Prinz!“, Bohem Press.
  • 2015: „Chaos auf Melele Pamu“, DIX-Verlag.
  • 2015: „Im Auftrag von Bogumil. Geflügelte Schatten“, DIX-Verlag.
  • 2013: „Im Auftrag von Bogumil. Das verschollene Vermächtnis“, DIX-Verlag.
  • 2012: „Die Geister von Melele Pamu“, DIX-Verlag.
  • 2012: „Im Auftrag von Bogumil. Ein rätselhaftes Päckchen“, Beltz-Verlag.
  • 2011: „Baum 532“, DIX-Verlag (2. Aufl. 2012).
  • 2011: „Identität und Ordnung“, Aisthesis-Verlag.
  • 2010: „Bogumils Boten. Ein geheimnisvolles Päckchen“, DIX-Verlag.
  • 2009: „Zaza und der Zirbelzottel“, Geest-Verlag.
  • 2007: „Himili fürchtet die Finsternis“, Geest-Verlag.
  • 2005: „Meister Perlboot“, Geest-Verlag.
  • 2004: „Oropoi oder Wie die Paviane zu ihren roten Hintern kamen“, Geest-Verlag.
  • 2003: „Eloe & Ellenai“, Geest-Verlag.
  • 2001: „Balance“, Geest-Verlag.

Musical (Libretto, Liedtexte)

  • 2015: „Melele Pamu“, UA: 06.11.2015, Theater Diepholz durch Grundschule Sankt Hülfe-Heede, Paul Moor Schule. Vertonung: Jan Norman Czesnik, Jennifer Wiewel. Regie: Stefanie Becker. Projektleitung: Anke Lampen.

Hörspiel / Radio

  • 2016: „Halima und Pili“ (1. Geht Staunen!, 2. Erdferkelfrühstück, 3. Hippohüpfen, 4. Der schnarchende Busch, 5. Vorsicht Forscher!, 6. Neue Abenteuer). Betthupferl-Serie für den Bayerischen Rundfunk, gelesen von Burchard Dabbinus. EA: 11.-16.07.2016.
  • 2015: „Der Bär“ von Simak Büchel. Mit Sebastian Kowski. Regie Philipp Klose. Eine Produktion des Experimentellen Radios Weimar.